Aktuelle Forschung

Die Exosoziologie ist ein interdisziplinäres Forschungsfeld, dass sich insbesondere mit den möglichen Auswirkungen eines Kontaktes der Menschheit mit einer intelligenten außerirdischen Lebensform befasst. Eine Hauptaufgabe besteht darin, verschiedene Varianten des ‚Erstkontaktes‘ der Menschheit mit einer außerirdischen Zivilisation zu analysieren und deren potenzielle gesellschaftliche Folgen abzuschätzen. Um zu begründeten prognostischen Annahmen über das Verhalten von Individuen, gesellschaftlichen Subsystemen oder der Menschheit als solcher angesichts der Konfrontation mit einer außerirdischen Zivilisation zu gelangen, werden verschiedene soziologische, sozialpsychologische, anthropologische sowie kulturhistorische Befunde herangezogen.

Bei einer Verschwörungstheorie handelt es sich um ein Überzeugungssystem oder Erklärungsmodell, welches aktuelle oder historische Ereignisse, kollektive Erfahrungen oder die Entwicklung einer Gesellschaft insgesamt als die Folge einer Verschwörung interpretiert. Als wissenschaftlicher Forschungsgegenstand etablierten sich Verschwörungstheorien ab der Mitte des 20. Jahrhunderts, insbesondere durch Texte des österreichisch-britischen Philosophen Karl Raimund Popper und den US-amerikanischen Historiker Richard Hofstadter. Die hier eingenommene Forschungsperspektive betrachtet Verschwörungstheorien in erster Linie als soziales Phänomen und bemüht sich mithilfe wissenssoziologischer bzw. diskurstheoretischer Ansätze um eine theoretisch plausible wie empirisch tragfähige wissenssoziologische Theorie zur Entstehung und Verbreitung sowie zu den Funktions- bzw. Wirkungsweisen von Verschwörungstheorien als soziale Deutungsmuster.

Was dachten die DDR-Bürger über Themen wie Gedankenübertragung, Wahrträume, Ahnungen, Spuk- und Geistererfahrungen, Parapsychologie, Astrologie, Alternativmedizin oder UFOs? Waren unabhängig von den öffentlichen Verlautbarungen die Beschäftigung mit entsprechenden Inhalten und dazugehörige Praktiken in der Bevölkerung tatsächlich zurück gedrängt oder existierten sie zumindest im Verborgenen weiter? Diese Fragen bildeten den Hintergrund eines historisch-soziologischen Forschungsprojektes, das von September 2013 bis Ende 2017 unter dem Titel „Im Schatten des Szientismus. Zum Umgang mit heterodoxen Wissensbeständen, Erfahrungen und Praxisformen in der DDR“ von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert und am IGPP durchgeführt wurde.

Berichte über eigenartige Himmelserscheinungen geben den Menschen seit Jahrhunderten Rätsel auf und werden spätestens seit Mitte des 20. Jahrhunderts als UFOs (unidentifizierte fliegende Objekte) auch im Sinne außerirdischer Raumschiffe gedeutet. Ein wiederkehrender Befund in der inzwischen über 75 Jahre umfassenden Geschichte der UFO-Forschung besteht darin, dass für einen gewissen Prozentsatz gemeldeter UFO-Sichtungen keine abschließenden Erklärungen gefunden werden konnten. Ob diese Fälle auf anomale Phänomene, gar extraterrestrische Technologie hinweisen oder bei ausreichender Daten- und Informationslage ebenfalls einer konventionellen Erklärung zugeführt werden könnten, ist seit Beginn der UFO-Forschung Gegenstand kontroverser Diskussionen.